Werbeverbote für Online-Casinos in Deutschland: Was der GlüStV erlaubt
Werbeverbote für Online-Casinos in Deutschland: Was der GlüStV 2021 erlaubt und verbietet
Online-Glücksspielwerbung ist in Deutschland kein rechtsfreier Raum. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 enthält detaillierte Regelungen darüber, wie, wann und wo Anbieter für ihre Dienste werben dürfen. Diese Regelungen betreffen nicht nur die Anbieter selbst, sondern auch Medien, Plattformen und Affiliate-Partner.
Dieser Artikel erklärt die Werberegeln des GlüStV 2021 sachlich und vollständig.
Grundprinzip: Werbung nur für lizenzierte Angebote
Der erste und wichtigste Grundsatz: Werbung ist ausschließlich für lizenzierte Online-Glücksspielangebote erlaubt. Werbung für nicht-lizenzierte Anbieter ist verboten – und zwar sowohl für die Anbieter selbst als auch für Medien und Plattformen, die solche Werbung schalten.
Zeitliche Beschränkungen im Rundfunk
Für Rundfunk und Fernsehen gilt ein zeitliches Werbefenster. Glücksspielwerbung ist zwischen 21:00 Uhr und 6:00 Uhr erlaubt. Im Tagesprogramm, also zwischen 6:00 Uhr und 21:00 Uhr, ist Werbung für Online-Glücksspiel grundsätzlich nicht zulässig.
Ausnahmen bestehen für bestimmte Kanäle und Formate, die überwiegend von Erwachsenen genutzt werden.
Inhaltliche Verbote
Unabhängig vom Zeitfenster oder der Plattform sind bestimmte Werbeinhalte grundsätzlich verboten:
Werbung, die sich gezielt an Minderjährige richtet oder auf Plattformen ausgespielt wird, die überwiegend von Minderjährigen genutzt werden, ist verboten.
Werbung, die unrealistische Gewinnversprechen macht oder den Eindruck erweckt, Glücksspiel sei eine zuverlässige Einkommensquelle, ist nicht erlaubt.
Werbung, die Spielsucht fördert oder Menschen mit problematischem Spielverhalten gezielt anspricht, ist verboten.
Werbung, die den Eindruck vermittelt, nicht-lizenzierte Angebote seien legal oder empfehlenswert, ist untersagt.
Sponsoring und Trikot-Werbung
Sponsoring durch Online-Glücksspielanbieter ist in Deutschland ein besonders regulierter Bereich. Trikotwerbung und Spielfeld-Sponsoring für Veranstaltungen, die überwiegend von Minderjährigen besucht oder im Tagesprogramm übertragen werden, sind eingeschränkt. Die genauen Regeln wurden seit Einführung des GlüStV 2021 weiterentwickelt.
Durchsetzung durch die GGL
Die GGL überwacht die Einhaltung der Werberegeln und kann gegen Verstöße vorgehen. Das umfasst Bußgelder gegen Anbieter, Hinweise und Auflagen sowie im Extremfall den Lizenzentzug bei wiederholten schwerwiegenden Verstößen.
Auch Medien und Plattformen, die unzulässige Werbung schalten, können in das Fadenkreuz der GGL geraten, auch wenn die primäre Verantwortung beim Anbieter liegt.
Abgrenzung zu BON-01 und BON-08
Dieser Artikel behandelt Werbeverbote als regulatorisches Thema aus Markt- und Medienperspektive. BON-01 erklärt, welche Bonusangebote für Spieler erlaubt sind. BON-08, der in Welle 3 folgt, behandelt Bonuswerbung aus der Anbieterperspektive im Detail.
FAQ
Ist Werbung für Online-Casinos in Deutschland erlaubt? Ja, aber nur für GGL-lizenzierte Anbieter und unter strengen Auflagen zu Zeitfenstern, Inhalten und Zielgruppen.
Wann darf im Fernsehen für Online-Casinos geworben werden? Grundsätzlich zwischen 21:00 Uhr und 6:00 Uhr.
Ist Werbung mit unrealistischen Gewinnversprechen erlaubt? Nein. Solche Werbung verstößt gegen die Werberegeln des GlüStV 2021.
Darf für nicht-lizenzierte Casinos geworben werden? Nein. Werbung für nicht-lizenzierte Angebote ist verboten.
Wer überwacht die Einhaltung der Werberegeln? Die GGL ist die zuständige Aufsichtsbehörde für die Einhaltung der Werbevorschriften.
